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Schimmelprävention in der Tokioer Regenzeit — Zimmer-für-Zimmer-Leitfaden für Bewohner
Für ausländische Einwohner, die ihre erste Tsuyu in Tokio erleben. Schimmelprävention nach Räumen (Bad, Schrank, Fenster), Nutzung des Badezimmertrockners und Kosten, Preise im Münzwäschesalon, Lebensmittelsicherheit nach MHLW und Tipps für mentale Gesundheit im Juni – dem einzigen Monat ohne Feiertage.
Der erste Juni in Tokio. Man wacht auf, die Fenster sind beschlagen, man öffnet den Kleiderschrank – und entdeckt weißen Schimmel auf den Lederschuhen. So ergeht es so gut wie jedem ausländischen Einwohner beim ersten Aufeinandertreffen mit der Tsuyu (梅雨).
Japans Regenzeit dauert etwa sechs Wochen – eine Phase anhaltend hoher Luftfeuchtigkeit. Touristen kommen ein paar Tage damit zurecht, doch wer dauerhaft hier lebt, merkt schnell: Schimmel, Wäsche, die einfach nicht trocknet, schwül-feuchte Pendlerfahrten und ein Juni ohne einen einzigen Feiertag können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, wenn man nicht vorbereitet ist.
Die Informationen sind auf dem Stand von Mai 2026.
Checkliste zur Vorbereitung vor der Tsuyu
Manche Dinge kann man nicht mehr kaufen, wenn es einmal zu regnen anfängt. Diese Gegenstände am besten noch im Mai besorgen – dann wird der Juni deutlich angenehmer.
Feuchtigkeitsabsorber: Daisos Feuchtigkeitsfallen kosten jeweils ¥110. Sie sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich – für den Schrank, unter Regale oder zum Aufhängen. Für eine Einzimmerwohnung reichen 4–5 Stück. Für stärkere Absorption ist Mizutori Zousan (3er-Pack, ab ca. ¥200) in Drogerien erhältlich.
Luftentfeuchter: Lohnt sich, wenn man ein Jahr oder länger in Tokio wohnt. Einsteigermodelle beginnen bei ca. ¥11.000. Bei Aufenthalten von drei Monaten oder weniger sind der Trocknungsmodus der Klimaanlage und Daiso-Absorber kostengünstiger.
Schimmelentfernerspray: Eine Flasche Kabi Killer in jeder Drogerie kaufen. Besser vorsorgen, als bei ersten Schimmelspuren hektisch suchen zu müssen.
Weiteres Zubehör: Raumtrocknungswaschmittel (auf der Verpackung nach 部屋干し / heya-boshi suchen), ein Schnelltrocknungshandtuch und ein kompakter Regenschirm für die tägliche Pendlertasche. Außerdem den AC-Filter vor der Tsuyu reinigen.
Den Leitfaden zu Zahlungsmethoden für das Bezahlen in Drogerien und bei Daiso konsultieren.
Schimmelprävention nach Räumen
Schimmel während der Tsuyu beschränkt sich nicht aufs Bad. Schränke, Fensterrahmen, Schuhregale – überall, wo sich Feuchtigkeit ansammelt, kann Schimmel entstehen.
Badezimmer
Das Badezimmer ist der kritischste Bereich. Den Lüfter 24 Stunden am Tag laufen lassen. Die Stromkosten betragen ungefähr ¥200–300 pro Monat – eine günstige Versicherung gegen den Aufwand, Schimmel später abzuschrubben.
Eine einfache Gewohnheit nach dem Baden macht einen großen Unterschied: Auf kaltes Wasser umschalten und Wände sowie Boden kurz abspülen. Dadurch sinkt die Temperatur, und das Schimmelwachstum verlangsamt sich.
Wenn Schimmel auftritt, ist Kabi Killer das Mittel der Wahl. Aus ca. 15 cm Abstand aufsprühen, 20–30 Minuten einwirken lassen, dann mit Wasser abspülen.
Kabi Killer niemals mit sauren Reinigern mischen. Es bildet sich giftiges Gas. Das japanische Etikett trägt den Hinweis „まぜるな危険” – wörtlich „Nicht mischen”. Das gilt auch für Essig und Zitronensäurereiniger. Für allgemeines Apartment-Etikette inklusive Belüftungs- und Lärmregeln, siehe den Tokio-Etikette-Leitfaden.
Schränke und Stauraum
Pro Regalboden einen Feuchtigkeitsabsorber platzieren. Daisos ¥110-Fallen funktionieren gut, Mizutori Zousan (550 ml Kapazität) hält jedoch länger zwischen den Wechseln.
Zwischen Kleiderbügeln Abstand lassen, damit Luft zirkulieren kann. Lederwaren – Schuhe, Taschen, Gürtel – sind besonders gefährdet. Nicht benötigte Gegenstände in verschlossenen Tüten mit Trocknungsmitteln aufbewahren.
Fenster und Kondensation
Kondensation jeden Morgen von den Fenstern wischen. Lässt man sie stehen, bildet sich Schimmel am Fensterrahmen, der sich dann auf die Vorhänge ausbreitet. Anti-Kondensat-Klebeband aus dem 100-Yen-Shop hilft ebenfalls.
Falls die Wohnung über ein 24-Stunden-Belüftungssystem verfügt (eine runde Öffnung an der Wand, meist nahe der Decke), sollte diese offen bleiben. Sie führt Außenluft ein und senkt die Luftfeuchtigkeit im Inneren. Mehr darüber, worauf man bei der Wohnungssuche achten sollte, steht im Leitfaden zur Wohnungssuche.
Wäsche trocknen in der Regenzeit
In den meisten japanischen Wohnungen gibt es keinen Wäschetrockner – für viele ausländische Einwohner ist das während der Tsuyu eine der größten Herausforderungen.
Mit Badezimmertrockner: Zunächst den Lüftungsmodus einschalten, um Feuchtigkeit aus dem Bad zu entfernen, dann die Wäsche aufhängen und den „Trocken”-Modus starten – auf dem Bedienfeld als 乾燥 (kanso) oder 衣類乾燥 (irui kanso) beschriftet. Den Trockner im noch feuchten Bad zu starten vermindert die Effizienz – die Reihenfolge ist wichtig. Die Wäsche trocknet in etwa 3–4 Stunden. Stromkosten: ca. ¥100–150 pro Durchgang.
Ohne Trockner: Raumtrocknungswaschmittel verwenden (auf der Verpackung nach 部屋干し / heya-boshi suchen) und einen Ventilator oder Luftzirkulator direkt auf die hängende Wäsche richten. Das halbiert die Trocknungszeit in etwa. Gleichzeitig den Trocknungsmodus der Klimaanlage einzuschalten hilft zusätzlich.
Münzwäschesalon: Waschen und Trocknen zusammen kosten ca. ¥800–1.500 pro Ladung. Auf Google Maps nach „コインランドリー” suchen. Viele Automaten akzeptieren noch immer nur ¥100-Münzen – deshalb am besten immer welche dabei haben.
Pendeln im Regen
Einen kompakten Regenschirm für die gesamte Tsuyu-Periode in der Tasche lassen. Klare Morgenstunden können sich ohne Vorwarnung in Nachmittagsgewitter verwandeln.
Schnell trocknende Stoffe wählen und 100 % Baumwolle meiden. Wenn die Schuhe durchnässt sind, beim Heimkommen Zeitungspapier hineinstopfen – es nimmt die Feuchtigkeit auf, und die Schuhe sind bis zum nächsten Morgen deutlich trockener.
Zugverspätungen nehmen während der Tsuyu zu. Es empfiehlt sich, vor dem Aufbruch den Betriebsstatus auf der Yahoo! Transit App oder der JR East App zu prüfen. Für Regenschirmknigge – zusammenfalten, sichern, mit der Spitze nach unten tragen – siehe den Kleidungsabschnitt unseres Regenzeit-Leitfadens.
Lebensmittelsicherheit
Steigende Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit zusammen machen die Tsuyu zu einer Hochrisikosaison für Lebensmittelvergiftungen.
Die drei Präventionsprinzipien des japanischen Gesundheitsministeriums (MHLW): Bakterien nicht übertragen (Hände waschen), nicht vermehren lassen (kühlen) und abtöten (gründlich kochen).
Takeout oder vorgekochte Mahlzeiten bei Zimmertemperatur stehen zu lassen ist riskant. Sofort essen oder sofort in den Kühlschrank stellen. Den Kühlschrank unter 10 °C halten, beim Transport von Onigiri oder Bento Kühltaschen verwenden und rohe Lebensmittel noch am selben Tag verzehren. Da das Müllaufkommen zunimmt, auch den Mülltrennungsplan im Blick behalten.
Mentale Gesundheit
Im Juni gibt es in Japan keine Feiertage. Vom Kindertag am 5. Mai bis zum Meerestag am 20. Juli erstreckt sich eine 2,5-monatige Strecke ohne Wochenendverlängerung. Sechs Wochen unter bedecktem Himmel können die Stimmung belasten – eine ganz natürliche Reaktion.
Was hilft: Wenn die Sonne herauskommt, gezielt nach draußen gehen. Sogar ein 15-minütiger Spaziergang in der Mittagspause macht einen Unterschied. Bewegung hilft ebenfalls – ein Fitnessstudio ist nicht nötig; Stretching oder Yoga zu Hause reicht aus.
Soziale Kontakte pflegen ist wichtig. Die Kombination aus trübem Tsuyu-Wetter und Sprachbarrieren kann zu Isolation führen. Der Leitfaden zum Thema Freunde finden in Tokio kann dabei hilfreich sein.
Hält eine gedrückte Stimmung länger als zwei Wochen an, empfiehlt sich ein Gespräch mit einem Fachmann. Die Liste englischsprachiger Ärzte enthält auch psychiatrische Einrichtungen.
Vorbereitung auf die Hitze nach der Tsuyu
Wenn die Regenzeit endet, schnellen die Temperaturen fast über Nacht in die Höhe. Zu wissen, wie man die Klimaanlage effizient nutzt, spart Strom und sorgt trotzdem für Wohlbefinden.
Laut Panasonic den „Trocken”-Modus verwenden, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch, die Temperatur aber noch nicht extrem ist, und den „Kühl”-Modus, wenn es wirklich heiß wird. Die ideale Luftfeuchtigkeit liegt bei 50–60 % – liegt sie darüber, auf „Trocken” umschalten.
Während der Tsuyu damit beginnen, zu trinken, bevor man Durst verspürt – dann ist man besser auf die eigentliche Hitze vorbereitet.
Quellen:
- Okamoto, „Mizutori Zousan” https://okamoto-life.net/okamoto-zousan/ (abgerufen 07.05.2026)
- Johnson, „Kabi Killer” https://www.kabikiller.jp/kabikiller/ (abgerufen 07.05.2026)
- Johnson, „Kabi Killer Safety” https://www.kabikiller.jp/anzen/ (abgerufen 07.05.2026)
- Daiso, „Feuchtigkeitsabsorber” https://jp.daisonet.com/collections/%E9%99%A4%E6%B9%BF%E5%89%A4 (abgerufen 07.05.2026)
- rise corp.tokyo, „How to Use a Bathroom Dryer” https://rise-corp.tokyo/pages/bathroomdryer (abgerufen 07.05.2026)
- MHLW, „Lebensmittelvergiftungsprävention” https://www.mhlw.go.jp/stf/seisakunitsuite/bunya/kenkou_iryou/shokuhin/syokuchu/index.html (abgerufen 07.05.2026)
- MHLW, „Hitzschlagprävention” https://www.mhlw.go.jp/stf/seisakunitsuite/bunya/0000212502.html (abgerufen 07.05.2026)
- Panasonic, „AC Dry vs Cool Mode” https://panasonic.jp/life/air/170002.html (abgerufen 07.05.2026)
- Housing Japan, „Public Holidays in Japan” https://housingjapan.com/blog/guide-to-public-holidays-in-japan/ (abgerufen 07.05.2026)
* Dieser Artikel wurde aus dem japanischen Original mithilfe maschineller Übersetzung übersetzt.