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E X P L O R E

Etikette in Tokio

Die wichtigsten Verhaltensregeln für Tokio — Bahn, Restaurant, Schrein, Onsen und Straße. Typische Fehler und was zu tun ist, wenn etwas schiefläuft.

Etikette in Tokio

Etikette in Bahn und Bahnhof

Fahrgäste, die auf einem Tokioter Bahnsteig geordnet auf die Bahn warten

Wer zum ersten Mal in Tokio in die Bahn steigt, ist oft von der Stille im Waggon überrascht. Selbst in vollen Zügen zur Stoßzeit ist kaum ein Gespräch zu hören.

Telefonieren gilt als unausgesprochenes Verbot. Klingelt das Handy, steigt man an der nächsten Station aus und ruft zurück. Auch in Gruppen sollte man im Waggon die Stimme dämpfen. Schallender Klang aus schlecht sitzenden Kopfhörern wird ebenfalls als störend empfunden.

Es empfiehlt sich außerdem, stark riechende Speisen nicht mitzubringen und bereits geöffnete Getränkedosen nicht in der Hand zu halten. In einem geschlossenen Waggon verbreiten sich Gerüche schnell, und bei Erschütterungen besteht die Gefahr des Verschüttens.

Bei voller Bahn trägt man den Rucksack vor dem Körper oder stellt ihn ins Gepäcknetz. Auf dem Rücken getragen stößt er leicht gegen Mitfahrende, was unbemerkt zu Unannehmlichkeiten führen kann.

Auf dem Bahnsteig stellt man sich gemäß den Bodenmarkierungen an und wartet, bis alle Aussteigenden den Waggon verlassen haben (Details zu den großen Bahnhöfen finden Sie unter Umsteigeführer für Tokios Bahnhöfe) – so funktioniert das „Seiretsu-Jōsha” (整列乗車, geordnetes Einsteigen).

Während der Stoßzeiten (Werktags 7:30–9:00 und 17:30–20:00 Uhr) ist das Mitführen großer Koffer sehr beschwerlich. Vermeiden Sie diese Zeiten oder prüfen Sie vorab mit der Tokyo Metro my! App die Auslastung der einzelnen Waggons.


Etikette im Restaurant

Theke einer Izakaya (居酒屋) in warmem Licht

Kein Trinkgeld – es wird als vergessen gewertet

In Japan gibt es keine Trinkgeldkultur. Wie in Tokio generell bezahlt wird, erfahren Sie unter Zahlungsmethoden in Tokio. Wer Geld auf dem Tisch lässt und das Lokal verlässt, wird vom Personal unter Umständen noch nachgerufen: „Sie haben etwas vergessen!”

Um Dankbarkeit auszudrücken, genügt ein herzliches „Gochisōsama deshita” (ごちそうさまでした — „Es war ein Festmahl”). Wer trotzdem ein Trinkgeld geben möchte, sagt es am besten mündlich – „Das ist ein Trinkgeld” – oder überreicht den Betrag in einem kleinen Umschlag (Pochibukuro, ポチ袋). So wird er ohne Missverständnis angenommen.

Stäbchen nicht aufrecht in den Reis stecken

Auch wenn der Umgang mit Stäbchen holprig ist – das fällt kaum jemandem auf. Eines sollte man jedoch unbedingt vermeiden: das Tatebashi (立て箸), also das aufrechte Hineinstecken der Stäbchen in den Reis. Da dies an den Bestattungsritus erinnert, gilt es als starkes Tabu. Zum Ablegen verwendet man eine Stäbchenablage (Hashioki, 箸置き) oder faltet die Papierhülle der Stäbchen zur Unterlage.

Nudeln laut schlürfen ist normal

Ramen (ラーメン), Udon (うどん) und Soba (そば) schlürft man mit hörbarem Geräusch – das ist vollkommen natürlich. Zwingen Sie sich nicht dazu, aber wer versucht, Nudeln so leise wie Pasta zu essen, macht es sich möglicherweise schwerer als nötig.


Besuch von Schreinen und Tempeln

Ein Schreingelände im gefilterten Sonnenlicht

Schreine und Tempel sind sowohl Touristenattraktionen als auch aktive Glaubensstätten. Wer die grundlegenden Gepflogenheiten kennt, kann den Besuch mit einem guten Gefühl genießen.

Besuchsablauf an Schreinen (Jinja, 神社)

Der offizielle Leitfaden der Jinja Honchō (神社本庁) empfiehlt folgende Schritte:

  1. Vor dem Torii (鳥居) verbeugen, dann hindurchgehen — das Torii markiert die Grenze zwischen der Welt der Menschen und der Welt der Götter; die Verbeugung entspricht einem „Darf ich eintreten?”
  2. Am Rand des Sandō (参道) entlanggehen — die Mitte heißt „Seichū” und gilt als Weg der Gottheit; Besucher zeigen Respekt, indem sie seitlich gehen
  3. Hände und Mund am Temizusha (手水舎) reinigen — im Shintō (神道) reinigt man sich vor dem Eintreten vor die Gottheit von der im Alltag angesammelten „Kegare” (穢れ, Unreinheit). Die Reinigung mit Wasser läutert Körper und Geist zugleich. Ablauf: Mit der rechten Hand die Schöpfkelle nehmen, Wasser über die linke Hand gießen; Hände wechseln, Wasser über die rechte Hand gießen; mit der linken Hand Wasser in den Mund nehmen und ausspucken; abschließend den Stiel der Kelle reinigen
  4. Ni-rei, ni-hakushu, ichi-rei (二礼二拍手一礼) — die shintoistische Gebetsgeste mit je einer Bedeutung: Die ersten zwei tiefen Verbeugungen bringen tiefe Ehrerbietung zum Ausdruck; die zwei Händeklatscher teilen der Gottheit mit, dass man erschienen ist. Nach dem Klatschen die Hände gefaltet halten und beten; die abschließende Verbeugung drückt Dankbarkeit aus

Bei einigen Schreinen wie dem Izumo-Taisha (出雲大社) gilt „Ni-rei, yon-hakushu, ichi-rei” (zwei Verbeugungen, vier Klatscher, eine Verbeugung). Im Zweifel ist der beschriebene Ablauf überall angemessen.

In Tempeln (Otera, お寺) nicht klatschen

In buddhistischen Tempeln verbeugt man sich in stiller Gasshō (合掌, gefaltete Hände). Das Händeklatschen gehört zum Shintō; im Buddhismus tritt man in stille Andacht vor die Gottheit. Der Unterschied: Am Schrein „ruft man die Gottheit”, am Tempel „sammelt man sich in Stille vor dem Buddha”.

Beim Betreten der Haupthalle (Hondō, 本堂) nimmt man Hut und Sonnenbrille ab. Auf Schilder mit Fotografierverbot ist zu achten – im Inneren der Hondō ist das Fotografieren häufig untersagt.

Räucherwerk (Oshouko, お焼香)

Vor der Haupthalle oder bei Zeremonien steht manchmal ein Räuchergefäß (Kōro, 香炉) bereit. Das Darbringen von Räucherwerk gilt als Opfergabe an den Buddha und reinigt Körper und Geist.

  1. Vor dem Kōro verbeugen
  2. Mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand eine kleine Prise Makkō (抹香, gemahlenes Räucherwerk) nehmen
  3. Die Prise auf Stirnhöhe heben (dieser Schritt heißt „Oshiitadaku”, 押しいただく)
  4. Behutsam ins Kōro gleiten lassen
  5. Hände falten und verbeugen

Die Anzahl der Wiederholungen variiert je nach buddhistischer Schule; einmal genügt im Zweifel. In der Jōdo-Shinshū-Schule (浄土真宗) wird die Prise nicht erst zur Stirn geführt, sondern direkt ins Kōro gegeben. Weihrauchstäbchen löscht man nicht durch Pusten, sondern durch Wedeln mit der Hand – im Buddhismus gilt Atem als unrein.


Regeln in Onsen und Sentō

Onsen (温泉) und Sentō (銭湯, öffentliche Badehäuser) haben eigene Regeln. Wer sie nicht kennt, wird unter Umständen darauf hingewiesen.

Gebadet wird nackt. Badeanzüge sind verboten; Männer- und Frauenbereiche sind getrennt. Die wichtigste Regel: den Körper vor dem Einsteigen in die Wanne mit dem Kakeyu (かけ湯, Abbrausewasser) abspülen. Das kleine Handtuch kommt auf den Kopf oder bleibt außerhalb der Wanne.

Viele Einrichtungen sind bei Tätowierungen nicht zugänglich

Aufgrund des historischen Zusammenhangs mit dem Ausschluss von Yakuza (やくざ) lehnen viele Einrichtungen Personen mit Tätowierungen noch heute ab. Tätowierungsfreundliche Onsen können vorab über den offiziellen JNTO-Leitfaden recherchiert werden. Eine weitere Möglichkeit sind Abdeckaufkleber (erhältlich z. B. bei Don Quijote (ドン・キホーテ) für ca. 500–1.000 ¥). In einem Kashikiri-buro (貸切風呂, Privat-Onsen, ca. 2.000–5.000 ¥/Stunde) wird nach Tätowierungen nicht gefragt.

Im Umkleidebereich ist die Nutzung des Smartphones verboten – als Schutz vor heimlichem Fotografieren.


Regeln auf der Straße

Rauchen

In vielen Bezirken Tokios ist das Rauchen auf der Straße per Verordnung verboten. Im Bezirk Chiyoda (千代田区) wird ein Verstoß mit 2.000 ¥ geahndet. Seit November 2024 gelten diese Regeln auch für erhitzte Tabakprodukte. Bitte nutzen Sie ausgewiesene Raucherbereiche (Kitsuenjo, 喫煙所). Restaurants und Bars sind seit 2020 aufgrund des überarbeiteten Gesundheitsförderungsgesetzes in der Regel rauchfrei.

Kaum Mülleimer

In Tokios Straßen gibt es fast keine öffentlichen Mülleimer. Nach dem Giftgasanschlag in der U-Bahn 1995 wurden sie im Zuge von Terrorschutzmaßnahmen weitgehend entfernt und bis heute nicht wieder aufgestellt. In Convenience Stores (Sebun (セブン), FamilyMart (ファミマ), Lawson (ローソン)) stehen im Laden Mülleimer bereit – allerdings ausschließlich für Verpackungen von dort gekauften Waren. Hausmüll oder anderweitig anfallender Abfall darf nicht eingeworfen werden. Es empfiehlt sich, eine kleine Plastiktüte mitzutragen. Weitere häufige Stolperfallen finden Sie im Leitfaden Häufige Fehler bei einer Tokio-Reise.

Essen beim Gehen

Das Essen beim Gehen gilt als unhöflich. Wer etwas an einem Imbissstand kauft, isst es am besten direkt dort oder sucht eine Bank. Eine Ausnahme bilden die Standbereich auf Festivals und Matsuri (祭り).

Fahrtreppen

In Tokio ist es üblich, auf der linken Seite zu stehen und die rechte Seite freizulassen. Aus Sicherheitsgründen empfehlen die Bahnbetreiber jedoch, auf beiden Seiten stehend zu fahren. In der Präfektur Saitama (埼玉県) ist das Gehen auf Fahrtreppen seit 2021 per Verordnung verboten.


Etikette am Arbeitsplatz

Für Touristen nicht unmittelbar relevant, aber gut zu wissen, falls Sie in Tokio arbeiten möchten.

Visitenkartenaustausch

Der Austausch von Visitenkarten (Meishi-Kōkan, 名刺交換) gehört zum festen Begrüßungsritual in der japanischen Geschäftswelt. Nehmen Sie eine Visitenkarte stets mit beiden Händen entgegen. Wenn Sie die Karte auf dem Tisch ablegen, platzieren Sie sie auf Ihrem eigenen Visitenkartenetui – niemals Notizen auf eine Karte schreiben oder sie direkt in die Hosentasche stecken.

„Otsukaresama desu” und „Osaki ni shitsurei shimasu”

Wenn man einem Kollegen im Büro begegnet, sagt man „Otsukaresama desu” (お疲れ様です). Der Ausdruck hat keine tiefere Bedeutung – er entspricht einem beiläufigen „Hallo”. Wenn man vor den anderen das Büro verlässt, sagt man „Osaki ni shitsurei shimasu” (お先に失礼します – „Entschuldigen Sie, dass ich vor Ihnen gehe”).

Pünktlichkeit

Fünf Minuten vor dem vereinbarten Termin zu erscheinen, gilt als Standard. Wenn sich eine Verspätung abzeichnet, informieren Sie die andere Seite so früh wie möglich. Selbst „nur fünf Minuten” gelten in Japan bereits als zu spät.


Etikette in der Nachbarschaft

Die Nachbarn beim Einzug begrüßen

Es ist nicht zwingend erforderlich, aber es ist üblich, die direkten Nachbarn – die Wohnungen links, rechts, darüber und darunter – beim Einzug zu besuchen. Bringen Sie eine kleine Schachtel Süßigkeiten mit (ca. 500–1.000 ¥). Ein einfaches „Ich bin gerade in Wohnung X eingezogen, mein Name ist Y, freut mich” sorgt für ein gutes Verhältnis von Anfang an.

Mülltrennung

Die Trennkategorien und Abholtermine unterscheiden sich je nach Bezirk und Gebäude. Die Kategorien sind detailliert: brennbar, nicht brennbar, recycelbar, Plastik und mehr. Wird der Müll falsch sortiert, bleibt der Beutel an der Sammelstelle unabgeholt liegen. Prüfen Sie nach dem Einzug den Müllkalender Ihres Bezirks (auf der offiziellen Website als Download verfügbar).

Nachtruhe

In Mehrfamilienhäusern gilt die ungeschriebene Regel, nach 22 Uhr keinen Staubsauger oder keine Waschmaschine mehr zu betreiben, keine Instrumente zu spielen und keine lauten Gespräche zu führen. Selbst in Stahlbeton-Gebäuden (RC) überträgt sich Schall zwischen den Etagen stärker als erwartet.


Wenn etwas schiefläuft

Die Einhaltung der Etikette muss nicht perfekt sein. Ein kurzes „Sumimasen” (すみません — „Entschuldigung”) genügt in den meisten Fällen, um eine freundliche Reaktion zu erhalten.

SituationEmpfohlenes Vorgehen
Das Handy klingelt in der BahnNicht abnehmen – an der nächsten Station aussteigen und zurückrufen
Schwierigkeiten mit StäbchenRuhig fragen: „Haben Sie eine Gabel?” – das ist völlig in Ordnung
Unklarheiten über Onsen-RegelnAndere Badegäste beobachten; an der Rezeption nachfragen
Ablauf am Schrein vergessenDen Umstehenden nachahmen und leicht nicken – das reicht völlig aus
Kein Raucherbereich in SichtIn Google Maps nach „喫煙所” (Kitsuenjo) suchen
Kein Mülleimer in der NäheZum nächsten Convenience Store – dort steht im Laden ein Mülleimer
Keine Visitenkarte dabeiSchlagen Sie vor, Kontaktdaten per Telefon oder einer App wie Eight auszutauschen
Unsicher bei der MülltrennungAuf der offiziellen Website Ihres Bezirks finden Sie einen Müllkalender – viele haben auch eine englische Version

Alternativen

Wer sich beim Onsen unsicher fühlt, kann ein Kashikiri-buro (貸切風呂) – ein Privat-Onsen – wählen und so in aller Ruhe ohne Mitschwimmer baden.

Wer den Besuchsablauf am Schrein vor Ort nachschlagen möchte, findet auf den offiziellen Seiten des Meiji Jingū (明治神宮) und des Ise Jingū (伊勢神宮) bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Bei Verständigungsschwierigkeiten hilft eine Übersetzungs-App auf dem Smartphone (z. B. die Kamerafunktion von Google Translate), um japanische Hinweisschilder oder Speisekarten direkt vor Ort zu lesen.


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Quellen:

* Dieser Artikel wurde aus dem japanischen Original mithilfe maschineller Übersetzung übersetzt.

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